Drei Inseln rund – Teil 1: Schottland in Sardinien

 Zum Glück sind wir Ende April beim letzten Ankerstopp auf Elba ins Wasser gesprungen, das dort immerhin schon 21°C hatte – wärmer als die Luft. Denn das war´s dann erst einmal auf unbestimmte Zeit mit Baden:

Mit 50 bis 70 Seemeilen – Schlägen zog es uns entlang der korsischen Ostküste nach Süden, in der Erwartung, dass in Sardinien die Sonne lacht und das Meer immer wärmer wird. Denkste! Selbst als wir 2016 während unseres Sabbaticals Schottland besegelten, hatten wir keinen solchen Dauerregen erlebt. Dort kletterten die Temperaturen zwar auch kaum über 16°C, aber selbst auf der nassesten Insel Schottlands, Aaran, regnete es nie tagelang durch.

Die Straße von Bonifacio querten wir noch von oben trocken, da flog dafür Wasser bei bis zu 7 Bft gegenan von unten quer. In Nordsardinien, auf der Hauptinsel La Maddalena angekommen, brauchten wir das Salzwasser nicht vom Schiff zu waschen: drei Tage regnete es durch. Aber so ist Fahrtensegeln: man macht das Beste daraus. Es knatterte um die Inseln mit bis zu 8 Bft und im Decksalon hatten wir beste Sicht während die Heizung bullerte. Wir machten es uns gemütlich und setzten nur zum Einkaufen im süßen Örtchen einen Fuß vom Boot.

„In drei Tagen ist der Niederschlag des ganzen Jahres heruntergekommen“, sagte uns der Hafenmeister des Club Nautico von La Caletta, unserem nächsten Stopp, 48 sm südöstlich. Während des Platschregens, der uns die letzten zwei Stunden und beim Anlegen begleitete war das Dach des schönen Clubhauses undicht geworden und der schöne große Billardtisch war zum Goldfischteich geworden.


Doch dann geschah es: tags drauf blieb es während des langen Segeltages nach Santa Maria Navarrese beinahe trocken. Um uns herum gingen die Schauer nieder, doch für uns gab es nur etwas Sprühregen. Zehn Minuten vor der Hafeneinfahrt schrie Sylvia „Wale – da blasen sie“. Tatsächlich, ca. 500 m von uns entfernt zogen ein paar Wale an uns vorbei! Mehrmals sah man die Fontänen und auch den breiten Rücken.

Zur Abkühlung der Euphorie erwischte es Henning auf dem Weg zurück vom Hafenbüro nasskalt und die Nacht regnete es natürlich durch… .

Doch jetzt schlagen wir ein neues Kapitel auf: wir haben die südliche Hälfte Sardiniens erreicht! In dem wunderschönen Hafen scheint seit heute früh ab und zu sogar die Sonne.  Wir feiern das und machen seit langem mal wieder unsere Bordfahrräder klar. Nächste Woche erreichen wir ggfs mal 18° C. Unsere armen Kinder schwitzen in Mannheim bei 30° … .

Kommentare

  1. V

    Wärme und Trockenheit wird völlig überbewertet ;-( und irgendwann muss das Mittelmeer ja auch wieder aufgefüllt werden 😉
    Euch eine schöne Zeit

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