Sizilien 2 – der Nordwesten ist am Besten

Nach dem Hitze-Knockout Ende Juli trauten wir uns Anfang September zurück auf die „Amazing Grace“. Doch was war das: komisches Vibrieren am Saildrive, nicht mehr als drei Knoten Fahrt bei der Hafenausfahrt… was hatten wir uns da eingefangen? Der Tauchgang brachte Klarheit: Bärte von Seepocken hatten sich im „nährstoffreichen“ Hafenwasser von Termini Imerese an unserem Propeller, dem Ruder und den Kielen angesammelt. Also war erst einmal Kratzen angesagt, bevor es mit milden Winden westlich Richtung Palermo ging.


Wir konnten einen (teuren) Platz im alten Stadthafen von Palermo ergattern, waren dafür fußläufig im Zentrum. Und das lohnt sich! Gut, dass wir die kleinen Bromptons haben, um uns so etwas zu erschließen. Kulturell und kulinarisch ist die Stadt alleine eine Reise Wert (Top top: L´0ttava Nota).

Weiter nach Westen mangelt es bei den vorherrschen nördlichen Winden an geschützten Ankerplätzen. So fanden wir westlich vom Flughafen, knapp vor der Landebahn noch ein geschütztes, wenig romantisches Plätzchen. 

Noch 25 sm weiter westlich sind wieder Berge und Natur pur. Abends flauen die Winde meist ab und es schaukelt nachts ein wenig.

Trapani, ganz im Westen Siziliens sollte unser letzter Hafen sein. Bei strammen fünf Bft liefen wir ein und bekamen einen schönen, geschützen Liegeplatz im Altstadthafen, der sonst nur den Superyachten vorbehalten ist. So ein Brummi durchtrennte auch beim Anlegen unsere fünf Zentimeter dicke Mooringleine wie einen Spaghetto. Der Hafenmeister ist ein ehemaliger Musiker und bekniete Sylvia solange, bis sie ein kleines Hafenkonzert gab. So kamen wir auch den Superyachtcrews und -eignern näher… .

Ein absolutes Muss ist ein Ausflug mit der Seilbahn zum historischen Städtchen Erice. Dort hat wirklich jede Eroberergeneration ihre Baudenkmäler hinterlassen.

Noch ein paar Meilen westlich liegen die Ägadischen Inseln, die ein herrliches Naturschutzgebiet und Segelrevier sind. Das war unser Absprungbrett nach Sardinien. 

Unser Fazit: Seglerisch ist der Norden Sardiniens durch die fehlenden geschützten Buchten etwas tricky, aber mit den leichten sommerlichen Winden kein Problem. Es gibt soviel zu sehen und zu entdecken, dass es allemal einen Abstecher wert ist…. Von der Kulinarik ganz zu schweigen.

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