Nach Kreta im Herbst – Teil 1: Preveza bis Kalamata


Im Sommer waren wir vor der Hitze und der Fülle der Boote in den Ionischen Inseln nach Deutschland geflüchtet. Unsere „Amazing Grace“ harrte solange mit ein paar anderen „Kumpels“ an Land auf ihren zwei Kielen in Preveza aus. Doch Mitte Oktober durfte sie wieder ins Wasser und wir zu ihr. Wir wollten das noch warme Wasser und die milden Temperaturen geniessen. Da die Kykladen und Kreta bis jetzt die einzigen griechischen Gewässer sind, die wir noch nicht besegelt haben, war unser Plan: wir überführen die „Amazing Grace nach Kreta“, wo sie bis Mitte Februar bleiben soll und bringen sie dann wieder zurück ins Ionische Meer. Soweit so gut. Doch schon nach 15 Seemeilen zwang uns ein Motorschaden dazu, 10 Tage in Lefkada zu verweilen. Gott sei Dank ist dies nicht in einer abgelegenen Ecke passiert, wo kein Techniker und keine Ersatzteile greifbar wären. 

Wir versuchten, wie immer in solchen Situationen, das Beste daraus zu machen und erkundeten zu Fuß, mit unseren Rädern und mit dem Mietwagen das Umland. Der Griechische Nationalfeiertag am 28. Oktober war eine echte Überraschung. Wochenlang mussten die Schulklassen auf dem Hof geübt haben, um zackig zur Blasmusik vor den stolzen Eltern vorbeizumarschieren. In Deutschland undenkbar… .

Als wir endlich weiter konnten, nutzten wir jedes Wetterfenster um mit großen Schlägen nach Süden zu segeln. Fast kein anderes Segelboot war mehr unterwegs. In jeder Bucht und in jedem Hafen waren wir alleine. Um Liegeplätze muss man sich Anfang November definitiv keine Sorgen machen. Nachdenklich macht einen das ab und zu schon … . Einmal mehr wussten wir die Vorzüge des Decksalons zu schätzen, wenn der Himmel in einem Sturzregen Bäche ausschüttet. Aber die meiste Zeit war das Wetter sonnig mit Temperaturen von Luft und Wasser um die 23 Grad, so dass zweimal täglich baden im „Infinity Pool“ ums Boot herum ein Genuss war.

Der Südwesten des Peleponnes, mit den herrlichen Ankerplätzen um Pylos, den geschichtsträchtigen Orten Methoni und Koroni, ist um diese Jahreszeit ein besonderer Genuss. Ruhiges Wetter bescherte uns herrliche Segeltage und genügend Zeit für Besichtigungen. Doch Obacht, ein Sturmtief folgt dem anderen und um die gefürchteten Kaps des Peleponnes rauscht es von Osten mit Winden von bis zu 50 knoten. Darum warten wir jetzt in der Marina von Kalamata bis sich ein Wetterfenster auftut um die Fahrt fortzusetzen. Wir füllen unsere Vorräte auf, verkleinern die Wäscheberge und reparieren Kleinigkeiten, die halt doch immer wieder kaputtgehen. Ob wir dann in ein paar Tagen direkt nach Kreta segeln oder besser einen Umweg über die Kykladen machen, wird sich zeigen.

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